Das Urheberrecht ist heutzutage aus den Rudern geraten. Es schützt weder die Urhebern, noch sorgt es für einen angemessenen Ausgleich zwischen den Anforderungen der Rechteinhaber und der Gesellschaft. Die Gesetzgebung soll Kunst, Kultur und Innovation fördern, statt sie einzuschränken. Konkrete Maßnamen sind nötig um sicherzustellen, dass das Urheberrecht:
Filesharing - Keine Massenkriminalisierung für PrivatkopienDas Urheberrecht wurde ursprünglich geschaffen, um sicher zu stellen, dass der Urheber eines Werkes das alleinige Recht hat es kommerziell zu verwerten. Er soll nicht am Markt gegen eine exakte Kopie seines Werkes ankämpfen müssen. Heutzutage wird das Urheberrecht aber immer mehr dazu gebraucht gegen Privatpersonen vorzugehen. Wir fordern Straffreiheit für Kopieren zu privaten, nichtkommerziellen Zwecken. Privatkopien sind gesellschaftlich akzeptiert. Was früher mit Kasettenrecordern geschah wird heute über das Internet von Millionen Menschen fortgeführt. Und ganz gegen gängigen Aussagen der Unterhaltungsindustrie führen solche Privatkopien zu einer Steigerung des Umsatzes - "Filesharing is the new radio" Sobald jedoch mit Kopien Geld verdient wird, ohne dass der ursprünglich Schaffende bezahlt wird, muss dies weiterhin strafrechtlich verfolgt werden. Das sind die wahren Verbrecher! Nicht Jugendliche, Studenten, Erwachsene - Fans aller Altersklassen! Urheberrecht gegen Briefgeheimnis!Was auch nicht zu verachten ist, sind die versteckten Kosten der Durchsetzung des Urheberrechts: Da heutzutage Urheberrechtsverletzungen in jeder privaten Kommunikation vorkommen können - jemand verschickt Musik als Anhang per Mail, oder neben einem Chat über ICQ - müsste man zur Verfolgung dieser Verletzungen jede private Kommunikation mitschneiden und überwachen. Das heißt Österreich und Europa können sich entscheiden: Wollen wir weiterhin ein Briefgeheimnis, die Möglichkeit anonym mit Reportern zu reden und ohne Lauschangriff mit Freunden zu chatten - oder wollen wir der Musikindustrie im Kampf gegen eine neue Form des Radios helfen? Konsumentenrechte aufrechterhalten - Verhindern von DRMSogennantes "Digital Rights Management" (auch "Digital Restrictions Management") nimmt dem Kunden das Recht über von ihm gekaufte Ware zu bestimmen. Außerdem führen die jederzeit änderbaren Verträge zu einer völligen Bevormundung und Machtlosigkeit der Kunden. Deswegen muss eine gesetzliche Verankerung von DRM - zum Beispiel das Verbot solche Restriktionen zu umgehen, oder, noch schlimmer, gesetzlich verordnete Verwendung von DRM - verhindert werden. Außerdem schafft DRM künstliche Monopole und erschwert unabhängigen Künstler und Labels den Zugang zum Markt. Im Extremfall führt DRM zu völlig neuen Eigentumsverhältnissen. Wir besitzen nichts mehr was wir kaufen, sondern haben nurnoch "das Recht es zu benutzen". Zusätzlich können diese Nutzungsbedingungen jederzeit geändert werden. (in einigen Ländern gehen Konsumentenschutzvereine deswegen auch gegen Apple vor). Die fast unendlich lange "Schutzdauer" ist zwecklosZur Zeit sind urheberrechtlich geschützte Werke bis 75 Jahre nach Tod des Autors geschützt. Diese exorbitant lange Schutzdauer bringt wirtschaftlich keinen Vorteil - die meisten Werke befinden sich einige Jahre nach Erscheinen nichteinmal mehr am Markt - und haben nur eine Auswirkung: Ein großer Teil unseres kulturellen Erbes wird in den Händen einiger Konzerne konzentriert. Die Schutzdauer für Werke sollte auf einen sinnvollen Zeitraum - zum Beispiel fünf Jahre nach Veröffentlichung - gekürzt werden. Mehr InformationenDas Urheberrecht im digitalen Zeitalter, |
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